Sulzbach-Rosenberger
Umweltschutzinitiative
e.V.
Die Umweltschutz-Initiative wurde 1991 gegründet, als
Nachfolgeorganisation der "Bürgerinitiative gegen die
Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf" und der BI "Saubere
Luft", die sich gegen die massiven Maxhütten-Emissionen zur
Wehr setzte. Zur Zeit haben
wir 40 Mitglieder.
Ziel der Bürgerinitiative ist die
Verhinderung von Atomanlagen und anderen umweltgefährdenden
Anlagen und Projekten in unserer Region um Schaden von der
Bevölkerung abzuwenden.
Die Mitglieder der Bürgerinitiative wollen an der
politischen Willensbildung und der Information der
Bevölkerung mitwirken.
Mitglieder bei der Besichtigung des Bochviertels
Aktuelles:
amberg (zo) Der 31.Mai 1989 war für alle Atomkraftgegner in Deutschland, insbesondere aber für die Menschen in der Oberpfalz ein besonderer Tag, der für viele zu einem Tag der Freude und Genugtuung wurde. Nach acht Jahren erbitterten Widerstands gegen die Anlage zur Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen (WAA) wurde der Weiterbau aufgegeben. Die Kosten des Milliardenprojekts drohten, nicht zuletzt durch den juristischen Klageweg der Bürgerinitiativen aus dem Ruder zu laufen, so dass die Deutsche Gesellschaft zur Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen (DWK) nicht lange überlegen musste, als die französische WAA in La Hague die Aufarbeitung zu einem deutlich günstigeren Preis anbot als er in Wackersdorf hätte bezahlt werden müssen. Vor allem aber war es der breite Widerstand der Oberpfälzer Bevölkerung, der das Atomprojekt schließlich zum Erliegen brachte. Dies ist Grund genug, dreißig Jahre danach das Ende der WAA zu feiern.
Rückbesinnen was war – vorwärtsschauen, was unser Engagement für die Zukunft sein wird – unter diesem Motto lädt der Dachverband der Oberpfälzer Bürgerinitiativen alle Bürger/innen ein, mitzufeiern. Dazu trifft man sich am Samstag, dem 18.Mai um 14 Uhr zu einer ökumenischen Andacht am Franziskus Marterl bei Altenschwand, die von Pfarrer Leo Feichtmeier und Pfarrer Klaus Rettig gemeinsam gehalten wird. Danach beginnt um 16 Uhr in Schwandorf in der Oberpfalzhalle die offizielle Veranstaltung. Nach einer kurzen Filmvorführung sprechen für den Bund Naturschutz Prof. Dr. Wilfried Attenberger und Rechtsanwalt Wolfgang Baumann, der maßgeblich an der juristischen Verhinderung der WAA beteiligt war. Auch der ehemalige Landrat von Schwandorf Hans Schuierer, die Gallionsfigur des Widerstands, wird an die Zeit vor dreißig Jahren erinnern. Doch nach dem Ende der WAA sind es heute neue Umweltprobleme, denen wir uns stellen müssen. Damit befassen sich in ihren Referaten der Energiebauer Sepp Bichler, Dörte Hamann vom "Aktionsbündnis gegen Südostlink" und Ferdinand Klemm von "fridays for future". Für die musikalische Bereicherung sorgen "Hans Well und die Wellbappn", die aus der ehemaligen "Biermöslblas'n" hervorgegangen sind. Die Moderation hat Thomas Muggenthaler vom Bayerischen Rundfunk übernommen.
Bei sonnigem Wetter
traf sich die Umweltinitiative im Bachviertel zu einem Rundgang mit Johannes
Büttner, einem betroffenen Anwohner zum Thema "Hochwassergefährdung". Anhand
von Bildern des Hochwassers von 1909 konnten Maßnahmen der Anwohner u.a. mit
gefliesten Hauswänden, entsprechend der damaligen Wasserhöhe, wahrgenommen
werden.
Auch wenn
mit der Vertiefung des Erlbachs die Hochwasserhöhe bei einer Wiederholung
des Jahrhunderthochwassers beim Lagerhaus Kopp vom
Wasserwirtschaftsamt (WWA)
mit "nur noch" 85 cm angenommen wird (statt 1909 fast 2 Meter), besteht
damit im Bereich der unteren Bachgasse eine
relevante Gefährdung. Der Zustrom vom Erlbach
erfolgt hier zwischen den Häusern 8 und 10, aber wohl auch schon über den
dort verlaufenden
Abfluss der "Flei", der beim Weg durch den Stadtpark gut zu sehen war.
Im Bereich der
Oberen Bachgasse geht das WWA von dichten Häusern aus, damit seien nur die
Häuser auf der Bachseite betroffen, die Hochwasserhöhe wird dort bei Hausnr.
21 mit 20 cm angenommen. Johannes Büttner wies in diesem Zusammenhang auf
Unstimmigkeiten in den Berechnungen des WWA hin: so seien vom Vermessungsamt
nicht alle strömungsrelevanten Mauern und Gebäude erfasst. Das WWA habe
versprochen, mit diesen Hinweisen zeitnah eine Neuberechnung
vorzunehmen. Beim Rundgang
wurde auch eine mögliche Entsiegelung der fast durchgehend geteerten Flächen
sowie die Umsetzung des
ISEK-Konzeptes zum Freilegen des in der Bachgasse
verrohrten Bachlaufes und der angedachte Weg von der Oberen Bachgasse zum
Philosophenweg
betrachtet. Die Umweltschutzinitiative wird sich weiter mit dem Thema
Hochwasserschutz im Bachviertel beschäftigen.
Die
Geschichte der Sulzbach-Rosenberger Umweltschutzinitiative e.V.
Im November 2026 jährt sich zum 35. Mal die Gründung der Sulzbach-Rosenberger Umweltschutzinitiative. Grund genug für den Bergstadtboten sich einmal genauer anzusehen, was die Bürgerinitiative in dieser Zeit so unternommen hat.
Ursprünglich ist die Umweltschutzinitiative aus der Ortsgruppe Sulzbach-Rosenberg gegen die WAA in Wackersdorf hervorgegangen. Nach dem Aus für die atomare Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf im Jahr 1989 setzte man sich neue Ziele. Zunächst arbeiteten einige Mitglieder in der „BI Saubere Luft“ weiter. Schwerpunkt war hier ein umweltverträglicher Betrieb der Maxhütte in Rosenberg.
Im November 1991 wurde beschlossen, die Bürgerinitiative umzubenennen. Ab diesem Zeitpunkt fungiert die Organisation unter dem Namen „Sulzbach-Rosenberger Umweltschutzinitiative e.V.“ Vorsitzender ist seitdem Walter Spies. Im aktuellen Vorstand sind des Weiteren die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Heinz-Ulrich Schmidt und Dr. Thomas Steiner, sowie Rainer Koch als Kassier und Gabi Bauer als Schriftführerin vertreten.
Die bisherige Satzung wurde geändert, die Präambel neu definiert. Hier ein Auszug:
Ziele des Vereins: Verhinderung von Atomanlagen und anderen umweltgefährdenden Anlagen und Projekten in unserer Region. Die Mitglieder wollen an der politischen Willensbildung und der Information der Bevölkerung mitwirken.
Stand heute hat die Umweltschutzinitiative 48 Mitglieder/-innenInteressant dürfte es sein sich einmal genauer anzuschauen, mit welchen Themenschwerpunkten sich die BI bisher beschäftigt hat. Allerdings ist diese Liste weder chronologisch noch vollständig:
Einsatz gegen die Nordumfahrung (B 14) aus Richtung Hahnbach über das ehemalige Deponiegelände südlich des Feuerhofs über den Ortsteil Seidersberg zur B 85. Die Umfahrung wurde nicht gebaut.
Erfolgreiche Unterstützung des Volksbegehrens zur Artenvielfalt in Bayern (Rettet die Bienen)
Einforderung der Weiterbeschäftigung des Klimaschutzmanagers der Stadt nach Auslaufen dessen Vertrags
Aufklärung über Jahre hinweg zu den gesundheitlichen Risiken des ungebremsten Ausbaus der Mobilfunknetze.
Organisation zur Teilnahme an verschiedenen Demonstrationen (Handelsabkommen TTIPP in München, Atomausstieg in München, Fürth und Grafenrheinfeld, Volksbegehren zur Artenvielfalt in München)
Fünf Montagsmahnwachen in Folge zur Atomreaktorkatastrophe in Fukushima im Jahr 2011 am Sparkassenplatz in Sulzbach initiiert
Aufklärungsaktion wegen der Lichtverschmutzung in unserer Stadt u.a. im Zusammenhang mit dem Insektensterben
Einwendungen zum Betrieb einer Bleischmelzanlage der Fa. RUAG in Sulzbach-Rosenberg
Einwendungen zum Baugebiet Kempfenhof Ost
Einsatz für den Erhalt der Streuobstwiese beim geplanten Baugebiet an der Sauerzapfstraße
Einwendungen und Stellungnahmen gegen den Fahrübungsplatz bei der Bereitschaftspolizei an der B 85
Jahrelange Teilnahme am Donaufest für eine freifließende Donau in Niederalteich. Mit Erfolg: Die geplanten Staustufen zwischen Straubing und Vilshofen werden nicht gebaut
Finanzielle Beteiligung an einer der ersten Photovoltaikanlagen (2004) in Sulzbach-Rosenberg an der Krötenseeschule
Wiederkehrende finanzielle Unterstützung von Umweltorganisationen wie dem BUND, Campact, ausgestrahlt und dem Umweltinstitut München
Veranstaltungen wie z.B. „Das Wunder von Mals“ (keine Pestizide beim Obstanbau im Vinschgau) mit dem Autor Alexander Schiebel in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Volkert im Capitol
Mitwirkung an den Klimaschutzwochen des Landkreises Amberg-Sulzbach und des ZEN Ensdorf
Mitwirkung am Radwegekonzept für Sulzbach-Rosenberg mit der Erstellung eigener Vorschläge; Mitglied der entsprechenden Steuerungsgruppe
Organisation des bisher
einzigen Bürgerentscheids in unserer Stadt zum Erhalt des Flickparks am
17.12.2006. Hier machte sich die BI stark für den Erhalt dieses
bedeutenden Grünraums, den Erhalt einer durchgängigen Grünachse zwischen
den Stadtteilen Sulzbach und Rosenberg und den Erhalt des vertrauten,
historischen Anblicks der Villa im Park. Allerdings scheiterte das
Begehren an der zu geringen Wahlbeteiligung der Bevölkerung. 19,38 % der
Wahlberechtigten nahmen an der Abstimmung teil. 20 % wären notwendig
gewesen. Aber auch diese Zahlen sind erwähnenswert: 2325 (75,02 %) der
Wahlbeteiligten stimmten für das Bürgerbegehren der
Umweltschutzinitiative, 774 (24,98 %) dagegen.
Die Umweltschutzinitiative wird im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch in Zukunft versuchen, positives für die Umwelt und den Menschen zu erreichen. Hierzu findet grundsätzlich jeden ersten Donnerstag im Monat im Sulzbacher Brauereigasthof Sperber in der Rosenberger Str. um 19:30 Uhr die Monatssitzung statt. Die Bevölkerung ist dazu eingeladen, Neumitglieder sind herzlich willkommen.
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Sulzbach-Rosenberger Umweltschutzinitiative
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